Hier nun die aktuelle, aber noch vorläufige Rangliste. Vorläufig, nicht wegen meiner Bedenken, sondern wegen meines Werkelns darin, denn der Präsident hat die Grand Prix Punkte schon für das Jahr 2010 gebucht. Das war wohl ein Versehen?
Probleme bereitet die Punktevergabe der vergangenen Turniere. Zunächst ein triviales Beispiel: Würde man sich sowohl beim Master Turnier, als auch beim Grand Prix gegen seine Kontrahenten durchsetzen und im Viertelfinale scheitern hätte man dennoch weniger Punkte erreicht als jemand, der bei der WM nur mitspielen würde. Der Sieger eines Turniers, egal welcher Modus, etabliert sich als bester Spieler und erhält damit mit Abstand die meisten Punkte. Danach folgt eine berechtigte Zäsur. Doch was folgt danach? Eine banale Punktestaffelung die mit Verdienen nur noch wenig zutun hat. Die Sache schlägt natürlich Wellen auf die prestigeträchtige Rangliste und nicht zu letztet auf das Handicap. Denn die gegenwärtige Konstellation hat zur Folge, bedingt durch das ebenfalls umstrittene Abrunden der „Handicapframes“, dass alle Spieler innerhalb von Platz 2 bis 14 ohne Handicap spielen und schwächere Spieler darunter nur noch ‚einen vor‘ haben würden. Das Ganze erinnert an die Handicapdebatte des letzten Jahres, das Hauptargument für eine Änderung damals, dessen ich mich jetzt bedienen möchte, die vergebene Punkte sollen dem erweitertem Teilnehmerfeld Rechnung tragen!
Die bisherige Punktevergabe für das Master: 1. – 25 Pkt. 2. – 15 3. – 10 4. – 5 Rest – 1
für den Grand Prix: 1. – 25 2. – 15 3. – 10 4. – 5 Viertelfinale – 3 Rest – 1
Ich erarbeite mir mittlerweile einen Ruf als Chefankläger, womit man mir und wohl auch meines Gegenübers, der Turnierleitung. unrecht tut. Ich will nur eine Verbesserung der Struktur, daher lasse ich es nun erstmal damit beruhen und warte auf Kommentare, wo und von wem auch immer…
In den Halbfinals, die Gott sei Dank ohne weitere Abstimmungen auskamen, trafen das Babykaninchen auf unseren Bodi und Markus auf Benni.
Benni kam leider nur schleppend in seine Partie und musste gegen den smarten Markus schnell einem Rückstand hinterher hecheln. Dieser steigerte sich im Turnier von Spiel zu Spiel und zeigte in diesem Halbfinale seine beste Leistung. Er konzentrierte sich wie bei seinen bisherigen Spielen auffallend oft auf seine schwerste Kugel, hatte bei diesen Stößen das nötige Glück und einen Gegner der diese bekannte Taktik nicht durchschaute und zu nutzen verstand. 7:2 für Markus.
Der alles unter Kontrolle habende, selbstsicher Christian, der vergeblich versuchte die Abstimmung bezüglich der Framezahl zugunsten seines Handicaps zu stürzen, startet gegen Daniel wie im Match zuvor, schlecht! Warum wollte er nur auf 9 spielen, wenn er alles im Griff hatte? Er verlor die ersten Frames, 1:4! Daniel unbeeindruckt, stark beim Lochen, doch immer wieder mit unvorteilhaften Ablagen. So geschehen bei den folgenden zwei Frames, bei denen Daniel zuerst, im schwierigen Winkel, auf die Acht spielen musste…was wäre gewesen wenn die Ablage gestimmt hätte, was wäre gewesen wenn…ein (verdientes) 6:1hätte Christian zu diesem Zeitpunkt nur schwerlich aufholen können. Dies der Wendepunkt des Spiels und der Wendepunkt in Christians Turnier. Denn von nun an hatte der Rekordweltmeister Oberwasser und dominierte! Daniel, der unter Druck den nötigen Biss vermissen lies, ging mit hängendem Kopf in die folgenden Frames, konnte in diesem Duell vorhersehbar keine weitere Wendung mehr erzwingen. 7:4 für Christian.
Eine Kuriosität die bei uns langsam zur Tradition zu werden scheint ist, dass das kleine Finale, trotz vorzeitigem Beginn, später zuende geht als das Finale. Während sich Daniel gegen Benni eine Billardschlacht lieferte spulte der widererstarkte Christian im Finale seine Frames runter und war schnell und klar in Führung.
Eine weitere Kuriosität, ein falsches Lochen der Schwarzen und damit ein vorzeitiges Ende der Frames sind bisher in diesem Turnier nicht dokumentiert, anders im kleinen Finale, wo sage und schreibe viermal die Schwarze falsch gelocht wurde. Vielleicht liegt der Grund hierfür aber ferner an der Paarung, denn auch als die beiden ihr letztes Turnierspiel gegeneinander bestritten gab es ein munteres „drauf-los-spielen“, bei dem die Acht ihren eigenen Weg ging.
Wie dem auch sei, Benni mit dem verdienten 7:5 Sieg, der damit traditionsgemäße Bodes auf den 4. Platz drängte. Wobei man Daniel nicht, wie in seinen bisherigen kleinen Finalen, mangelnde Motivation verwerfen kann, er musste sich hier einfach dem besseren geschlagen geben.
Benjamin, der ähnlich wie Mischa es einfach immer gekonnt fertig bringt der Favoritenrolle aus dem Weg zu gehen, mit dem x-ten Podiumsplatz! Trotz enttäuschendem Halbfinale, eine klasse Turnierleistung!
Zum kurz davor zu Ende gegangenen Finale gibt es nur noch wenig zu sagen, Christian lies nichts mehr anbrennen und ist Grand Prix Sieger 2009!
Einen Dank schicken wir natürlich auch an Silke, die Klappstuhlwirtin, die trotz der stressigen Zeit zwischen den Jahren für eine familiäre Stimmung sorgte und Karamalzengpässen mit einem freundlichen Lächeln zu kompensieren wusste. Auch das Glitzerdings finden wir ganz toll!
Zeitnah folgen wird die Rangliste, die sich vor einer evolutionären Überarbeitung, auch im Hinblick auf das Handicap, nicht verstecken darf. Dazu bald mehr.
Auch in den mit hochdruck erwarteten Viertelfinals gingen sich die Favoriten aus dem Weg, vermeidlich war kein Topspiel auszumachen.
Thorsten war mit dem Überleben der Gruppenphase sichtlich zufrieden, hatte gegen Markus Spaß am Spiel, aber ohne großen Ehrgeiz. Dieser Markus, immer noch schwer einzuschätzen, bekleckerte sich keinesfalls mit Ruhm und hatte Glück auf einen angenehm zu spielenden Gegner zu treffen. Die Frames waren eng, das Ergebnis jedoch nicht 7:2 für Markus.
Ob Julia auch Spaß bei ihrem Duell gegen DB hatte? Langsam tastet sie sich an die Spitze heran, doch gute Ansätze reichen gegen einen Bodes nicht, der zudem seine überragende Vorrundenform konservieren und einen ungefährdeten 7:0 Sieg einfahren konnte. Warum Spielt dieser Daniel denn immer noch ohne Handicap?
Bester Newcomer Joachim, eher ein Intuitionsspieler, bekam es mit Mr. „Ich probiers mal“ Benni zutun. Für Buchmacher ein Horrorspiel! Doch Benni lies nichts anbrennen und spielte seine Erfahrung aus. Auch hier ein klares 7:2. Joachim, der wohl ebenfalls mit dem Erreichten zufrieden war, mit guten Anlagen und noch Luft nach oben.
Vor der Auslosung des Viertelfinals waren sich alle einig, bloß nicht gegen den Gandyra. Doch einen musste es ja treffen. Es traf den Winkes. Dieser gestand seine Chancenlosigkeit ein, wollte dennoch nicht verlieren und sah dazu zunächst nur einen Weg. Doch dank gnädigem und humorvoll aufgelegtem Schiedsrichter entging er der Disqualifikation, gut so, denn uns wäre sonst einiges entgangen! Daniel bärenstark, hochkonzentriert und in der Form seines Lebens setze den Weltmeister gehörig unter Druck! Dieser posaunte anfangs noch er hätte sein Turnierziel verfehlt, als er den ersten Frame abgeben musste. Daniel mit Handicap 3:0 in Front. Mitte des Spiels wirkte Christian nichtmehr so entspannt, pfefferte seinen Queue in die Ecke und fluchte. Daniel setzte seinen Husarenritt fort, zelebrierte den Präzisionssport, 5:3, sensationell! Der Weltmeister in Schieflage, apathisch mit zittrigen Händen und verängstigt wie ein kleines Babykaninchen. Doch während eine, von einem bisher nichtgekannten Bigbear, umgestoßen Orangensaftschorle den Klappstuhlboden tränkte fing er sich doch noch. War sich Daniel schon zu sicher? 6:6! In einem packender letzter Frame, bei dem man sowohl die Spannung als auch die Konzentration greifen konnte, musste sich dann Prinz Eisenherz geschlagen geben.
„Ihr werdet mich niemals kriegen…“
Ein Eklat darf natürlich auch bei diesem Turnier nicht fehlen. Ich wollte vermeiden das Unstimmigkeiten während des Turniers besprochen werden. Daher habe ich bereits lange im Vorfeld die Diskussion über den Modus vorangetrieben. Die Debatte über die Framezahl der KO Spiele ging etwas unter. Dass die Turnierleitung nicht über den Kopf anderer entscheiden will und abstimmen lässt finde ich natürlich gut. Dass die Abstimmung wiederholt wird, aus unerfindlichen Gründen, dann wieder nicht. Und dass dann die Abstimmung erneut wiederholt werden muss, weil sich ein jemand mit Starallüren nicht über sein Handicaprückstand im Klaren war, finde ich bedenklich. Aber gut, so ist das halt wenn Orangensaft über die Rangliste gekippt wird, dann kann man eben im Vorfeld nichtmehr einfach so mal nachrechnen….