Die WM09 ist nun Geschichte. Es war spannend, wir haben sensationelle Duelle gesehen, es war, so denke ich überwiegend fair, es war ein schönes Turnier, vielleicht das Beste dieser Art! Und in einem Nachbericht sollte man in allererster Linie, nein, man muss sogar einen Dank an die Turnierleitung, an Daniel Winkes aussprechen! Bei aller spaßigen oder ernstgemeinten Kritik oder sogar Polemik, bei allem Ehrgeiz, ohne seine selbstlose und aufopferungsvolle Organisation gäbe es sicherlich keine Turniere!
Aber genug der Lobpreisungen, hinter den Kulissen ebbte der Schwung der WM keineswegs ab, es gibt reichlich Bewegung, ich komme mit dem Schreiben kaum noch nach. Ich werde versuchen die Brennpunkte zusammenzufassen.
Trotzdem nochmal kurz zum Thema Schwung und Dank. Während der Turnierphase war fast 500 Leute auf diesem Blog, wodurch sowohl der Besucherrekord des Jahres, des Monats und des Tages gebrochen wurde. Es muss an dieser Stelle erlaubt sein folgendes Auszusprechen: Einen Dank von mir an alle Leser und vor allem an Christian und Daniel, die mich motivierte weiter zu schreiben.
Neben Zuspruch gab es natürlich auch von verschiedenen Seiten Kritik für mich, der Tenor war die Berichte wären zu wenig faktisch, zu viel Prosa. Wenn ich darüber nachdenke stimmt das wahrscheinlich. Es ist mein Stil, vielleicht fehlt mir aber für das Faktische auch die letzte Kompetenz, ich werde daran arbeiten.
Nebenbei, ich sehe das nicht als meinen Blog, es ist unserer. Wer mitschreiben und mitgestalten will kann das gerne tun und Gastautor werden. Eine bewusst subjektive Schilderung der Ereignisse wäre sogar sicher interessant.
Was ich nun im Folgenden schreibe wird wahrscheinlich eine Welle der Empörung nach sich ziehen, aber ich hoffe dennoch auf Verständnis und auf eine kritische Auseinandersetzung mit den Gegebenheiten.
Als ich mir im Rahmen dieses Artikels über die Zukunft des Billards Gedanken gemacht habe und damit zwangsläufig auch über unseren Chef Daniel, sind mir verschiedene Adjektive in den Sinn gekommen. Neben selbstlos und aufopferungsvoll sind mir leider auch negative, nämlich kritikunfähig und kompromisslos eingefallen. Denken tue ich zum Beispiel bei diesen Anschuldigungen an das vorgeschlagene Finanzierungsmodell für die vergangene WM, welches von Daniel kommentarlos übergangen wurde! Aktuell halte ich die Veränderungen des Handicap und die Setzliste bei Masterturnieren mindestens für diskussionswürdig!
„Das Handicap ist in Sport und Spiel ein in der Regel genau berechneter Faktor, der unterschiedliche Leistungsstärken nivellieren soll, um auch in einem heterogenen Feld einen spannenden Wettbewerb zu ermöglichen.“
Das unser Handicapsystem diesem Grundsatz nichtmehr gerecht wird, darüber müssen wir nicht streiten.
Die vorhandene Bereitschaft unser System ändern zu wollen habe ich wohlwollend bemerkt, aber leider muss ich die Art und Form wie es nun verändert wurde kritisieren!
Kurze Regelerklärung: Jeder Teilnehmer eines Turniers erhält entsprechend seines Abschneidens Punkte, die seinen Platz in
der Rangliste definiert. Die ersten sechs erhielten bis vor kurzem ein Handicap in Prozent, beginnend bei 60 welches in Zehnerschritten von Platz zu Platz abgeschwächt wurde. Nun sollen die ersten 10 ein Handicap bekommen, welches bei 50 beginnt und in Fünferschritten abgeschwächt wird. Bei einem Eingriff in die Regeln muss man sich immer vor Augen führen was man erreichen will und was mein erreicht hat. Unterschiedliche Leistungsstärken ausgleichen, das will man erreichen. Und was erreicht man mit der nun beschlossenen Änderung? Die Gewinner sind ganz klar die Top 5, die ihr Gesamtprozente verringern und gegen Spieler der Plätze 6-10 ihr Handicap sogar noch weiter verbessern. Fairer hat man die Sache damit ganz sicher nicht gemacht!
Das Grundproblem ist klar, was niemand Aussprechen will, die Rangliste spiegelt nicht das Leistungsvermögen der Spieler wieder! Wie soll man also auf ihrer Grundlagen ein Handicap verhängen?
Lösungsvorschläge: Eine Kommission von Spielern beurteilt nach Gewissen und Leistungen die Fähigkeiten der Turnierteilnehmer, nach der dann die Handicaps verteilt werden.
Oder: Man nimmt die erreichten Punkte der Gesamtrangliste und teilt diese durch die Turnierteilnahmen der einzelnen Spieler.
Oder: Man betrachtet die einzelnen Turnierteilnahmen der einzelnen Spielern und die damit verbunden maximal erreichbaren Punkte. Mit den letztendlich erreichten Punkte wird ein Prozentsatz gebildet.
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Wie erwartet führte das Thema Handicap zu kontroversen Diskussionen. Unser Benni hat sich nun ein Kompromiss ausgedacht, ich nenne es mal „Beberle-Modell“. Das revolutionäre daran: Die Handicapverteilung wäre unabhängig des Ranglistenplatzes. Das Handicap errechnet sich hier aus dem Quotient aus Gesamtpunkten und Turnierteilnahmen mal 1,5.
Wasserdicht ist die Sache jedoch nicht, denn hierbei erhält nun jeder ein Handicap, damit würde das Handicap homogener und nicht das Leistungsvermögen.
Ihr merkt schon, es wird komplizierter und das bleibt auch so, denn jetzt kommt das „Think’sche Beberle-Modell“. Gleiche Rechnung, nur wird hier der Quotient nicht mit 1,5 Mal genommen, sondern mit einem dem Ranglistenplatz zugeordnetem Koeffizienten. Schaut es euch in dem Pic an, ich denke dann kann ich mir lange Erklärungsversuche sparen.^^
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Nun zur Setzliste bei Masters, ein weiteres strittiges Thema. Wie eine Rundmail heute ankündigte folgt Anfang Mai das nächste Turnier, ein Master. Bei einem Master werden die Teilnehmer in Paaren gelost und spielen dann im KO System um den Turniersieg. Doch was muss ich lesen? Es soll eine Setzliste geben? Eine Setzliste bei einem Master? Sowas gab es ja noch nie! Mit der Begründung man will nicht, dass die Guten schon in der ersten Runde gegeneinander spielen. Mir liegt es auf den Lippen, ein Skandal. Man nimmt diesem Turnier seinen eigenen Charakter, es ist nur noch eine Light-Version der WM. Eigentlich haben schlechtplatziere der, ich muss es nun im Laufe des Schreibens dieses Artikel leider sagen, umstrittenen Rangliste keinen Grund überhaupt mitzuspielen.
Ich sehe schon, dass ich meinen selbst gesteckten Rahmen für einen Post überschritten habe, ich muss mich nun leider selbst abwürgen, ich will nur noch eine Sache vorschlagen: Einen Kongress oder eine „Vorstandsitzung“, in der eine Möglichkeit geboten wird die Problemfälle zu diskutieren. Es gibt noch weitere Punkte die ich gerne Ansprechen würde. Der nächste Artikel ist eigentlich vorprogrammiert. :=)
In diesem Sinne, schreibt Comments^^

